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Der Literaturwissenschaftler Horst Dieter Rauh geht Prousts Träumen nicht mit einer psychoanalytisch grundierten Intention nach, sondern weil ihm - wie Proust selbst - der Schlaf und das Träumen Grundmotiv des Schreibens und Keim der schöpferischen Imagination sind... Der Traum kann - mit dem was er verspricht, und dem, was er beendet - ein größerer Glücksbringer sein als die sogenannte Realität. Eine kleine und tiefe literarische Traumbotschaft.
In einer versehrten, kalt und plan gewordenen Welt kann sich ein Bedürfnis nach Unvernutzbarem, gleichsam Heiligem wieder artikulieren. Diese Sakralität verstünde sich als eine zum Projekt der Aufklärung gegenläufige Bewegung. Der in Aachen lebende Schriftsteller und Philosoph Horst Dieter Rauh hat diesem transzendentsinnlichen Bedürfnis eine Reihe von ebenso subtilen wie eigenwilligen Essays gewidmet. Es ist nicht nur Nietzsche, der Gott sterben ließ, nach dessen Tod aber erfahren hat, daß ohne Epiphanie, ohne "Erscheinung", eine ästhetische Existenz nicht möglich ist. So wie es den Willen zur Macht gibt, könnte man auch vom Willen zur Epiphanie sprechen. In der Moderne ist, folgen wir H.D.Rauh weiter, dieses Motiv poetisch höchst fruchtbar geworden.
Quelle: Neue Züricher Zeitung Nr. 272, 21. November 2004 Rauhs Buch erzeugt die vom Epiphanen verlangte Intensität der Wiedergabe. Die Kombination von Religion und Eros hat etwas Ansteckendes im konstruktiven Sinn. Quelle: Prof. Dr. Bernhard Böschenstein, Universität Genf, 2005 Die Entwicklung, die der Autor diagnostiziert, besteht in einer Verschiebung religiöser Empfindungen, Bilder, Wahrnehmungs- und Denkfiguren, die ein Transzendentes, das anonyme "Heilige" umkreisen. Trotz seiner Marginalisierung wird das Heilige - so Rauhs These - keineswegs zerstört, sondern bleibt als negatives theologisches Potential präsent: ob in der Profanität des Alltäglichen, in der Sprache und ihren Metaphern oder in ästhetischen Phantasmen wie Musils Amsel oder Montales Eisvogel. Dabei kann es durchaus geschehen, daß die theologische Aufladung oder Herstellung einer ästhetischen Aura, der sich manche der behandelten Texte und Kunstwerke tendenziell widersetzen, durch Literarisierung erst entsteht. Das Buch verführt dazu, die besprochenen Texte wieder zu lesen, die diskutierten Bilder neu zu betrachten und seine exzentrische These zu überprüfen. Rauhs Sprache ist anspruchsvoll und zeigt literarischen Ehrgeiz. Sie selbst ist auf Epiphanie, auf blitzhafte Erkenntnis des Lesers angelegt. Quelle: Priv.Doz. Dr. Andreas Anglet, Universität Köln, 2005 Allein schon die Form des Buches verweist aufs Thema. Es besteht selbst aus Epiphanien, unverbundenen Lichtsplittern in Form von kurzen präzisen Studien zu einzelnen Autoren und Texten, Künstlern und Bildern...Das Buch ist in zweierlei Hinsicht von Bedeutung, nämlich in religionsphilosophischer wie in ästhetischer Hinsicht...Es enthält Meditationen, welche die behandelten Texte und Bilder gleichsam 'von innen' aufzuschließen suchen. Dies ist auch der Anspruch an den Leser. Quelle: Dr. Josef Schreier, Aachen: Philosophischer Literaturanzeiger Bd. 59., Heft 3-4, Juli-Dezember 2006 |